
Microsoft erweitert seine generative KI-Infrastruktur und sorgt so für einen starken Anstieg des Strom-, Computer- und Kühlungsbedarfs. Da KI-Rechenzentren wachsen, betrachtet das Unternehmen laut Windows Insight nun Hochtemperatur-Supraleiter als einen potenziellen Durchbruch bei der Energieeffizienz.
Das KI-Wachstum von Microsoft schürt Energiesorgen
Der Aufstieg der generativen KI hat Technologiegiganten dazu gezwungen, riesige Rechenzentren zu errichten. Diese Einrichtungen verbrauchen große Mengen an Strom und Wasser, um KI-Arbeitslasten und fortschrittliche Kühlsysteme zu unterstützen.
Berichten zufolge verbrauchten Microsoft und Google im Jahr 2024 mehr Strom als über 100 einzelne Länder. Microsoft wurde auch wegen des Wasserverbrauchs im Zusammenhang mit der Cloud- und KI-Erweiterung kritisiert.
Das Unternehmen behauptet, dass das Wachstum seines Rechenzentrums die lokalen Stromrechnungen nicht erhöhen wird, und greift ähnliche Zusicherungen von Unternehmen wie OpenAI auf.
Dennoch äußern Gemeinden in der Nähe großer Rechenzentren häufig Bedenken hinsichtlich höherer Energiekosten, Einschränkungen des Wasserzugangs, Umweltverschmutzung und sogar Gentrifizierung im Zusammenhang mit der raschen Entwicklung der Infrastruktur.
Hochtemperatursupraleiter kommen ins Spiel
Um Effizienzherausforderungen zu bewältigen, erforscht Microsoft Hochtemperatur-Supraleiter (HTS) für Energiesysteme in Rechenzentren.
HTS-Materialien ermöglichen einen Stromfluss ohne Widerstand. Dadurch werden Energieverluste bei der Übertragung vermieden und die Gesamteffizienz verbessert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kupferkabeln sind HTS-Kabel viel kleiner und ermöglichen kompaktere Elektroräume und optimierte Anlagenlayouts.
Microsoft glaubt, dass HTS dabei helfen könnte, sauberere und platzsparendere Rechenzentrumssysteme aufzubauen. Allerdings bleibt die Akzeptanz aufgrund der technischen Komplexität und der hohen Vorlaufkosten begrenzt.
Obwohl HTS-Kabel den elektrischen Widerstand eliminieren, benötigen unterstützende Systeme dennoch eine Kühlung. Ein wichtiges Material für die HTS-Technologie, das Seltenerd-Barium-Kupferoxid-Band, wird größtenteils in China hergestellt. Der Großteil der aktuellen Produktion unterstützt die Kernfusionsforschung, aber die steigende Nachfrage hat dazu beigetragen, die Kosten zu senken.
Stromversorgung über große Entfernungen neu denken
Potenzial für HTS sieht Microsoft auch in der Energieübertragung über große Entfernungen. Herkömmliche Stromleitungen erfordern einen Abstand von bis zu 70 Metern. HTS-Übertragungsleitungen könnten mit einem Abstand von nur zwei Metern betrieben werden.
Dieser reduzierte Platzbedarf kann Landnutzungsbeschränkungen und regulatorische Herausforderungen bei der Anbindung neuer KI-Rechenzentren an das Netz erleichtern.
Das Unternehmen hat seine Offenheit für Partnerschaften mit Energieversorgern signalisiert, um die Netzinfrastruktur mithilfe der HTS-Technologie zu modernisieren.
Neben seiner technischen Erkundung hat Microsoft kürzlich eine „Community-First“-KI-Infrastrukturinitiative eingeführt. Das Programm zielt darauf ab, die Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen, die Stromkosten zu kontrollieren, den Wasserverbrauch zu senken und lokale Arbeitsplätze in Regionen zu schaffen, in denen neue Rechenzentren entstehen.
Während die Arbeitslast der KI weiter zunimmt, verdeutlichen die Ambitionen von Microsoft im Bereich der supraleitenden Energie, dass die nächste Phase der generativen KI nicht nur von Chips und Modellen, sondern auch von der Physik der Elektrizität selbst abhängen könnte.
*️⃣ Quelllink:
Windows Insight, das wegen seines Wasserverbrauchs kritisiert wurde, wird die lokalen Stromrechnungen nicht erhöhen, Unternehmen wie OpenAI,