
Anthropic behauptet, mehrere chinesische KI-Unternehmen hätten umfangreiche Anstrengungen unternommen, um die Fähigkeiten des Claude-Modells zu reproduzieren. Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen einer zunehmenden geopolitischen Kontrolle ausgesetzt ist.
Anthropic sagt, dass drei chinesische KI-Labore, MiniMax, DeepSeek und Moonshot, koordinierte Kampagnen durchgeführt haben, um Claudes erweiterte Fähigkeiten in großem Maßstab zu nutzen.
Angebliches groß angelegtes Account-Netzwerk zielte auf Claude Capabilities ab
Anthropic beschreibt den Vorgang als Destillation im „industriellen Maßstab“. Das Unternehmen behauptet, dass rund 24.000 betrügerische Konten mehr als 16 Millionen Interaktionen mit Claude generierten.
Berichten zufolge konzentrierten sich die Kampagnen auf erweiterte Funktionen wie Agentic Reasoning, Tool-Nutzung und Codierungsleistung.
Anthropic behauptet, dass die Aktivität auf „Hydra-Cluster“-Kontonetzwerken beruhte, die die Infrastruktur rotierten, um Erkennungssystemen zu entgehen.
Aufschlüsselung der angeblichen Aktivität
Anthropic lieferte eine detaillierte Aufschlüsselung der vermuteten Aktivität:
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Berichten zufolge hat MiniMax mehr als 13 Millionen Austausche generiert, bei denen es um Agenten-Codierung und Tool-Nutzungsfähigkeiten ging.
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Moonshot führte angeblich rund 3,4 Millionen Austausche mit den Schwerpunkten Argumentation, Codierung und Computer Vision durch.
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DeepSeek soll rund 150.000 Austausche hervorgebracht haben, bei denen es um Argumentation, Bewertungssysteme und zensursichere Antworten ging.
Destillation: legitime Praxis oder wettbewerbsorientierte Abkürzung?
Die Modelldestillation ist eine gängige KI-Technik, die intern verwendet wird, um kleinere und effizientere Modelle aus größeren Systemen zu erstellen. Anthropic argumentiert, dass das Problem entsteht, wenn externe Wettbewerber Massenabfrageextraktion nutzen, um proprietäre Funktionen zu geringeren Kosten zu replizieren.
Das Unternehmen gibt an, die Akteure mithilfe von IP-Korrelation, Metadatenverfolgung, Infrastruktursignalen und Bestätigungen von Partnern mit hoher Zuverlässigkeit identifiziert zu haben.
Neue Gegenmaßnahmen eingeleitet
Als Reaktion darauf gibt Anthropic an, neue Klassifikatoren und Verhaltens-Fingerprinting-Systeme eingesetzt zu haben, um Angriffe im Destillationsstil zu erkennen.
Das Unternehmen teilt außerdem technische Indikatoren mit anderen KI-Laboren und Cloud-Anbietern, um ähnliche Aktivitäten einzuschränken.
Zu den weiteren Schutzmaßnahmen gehören strengere Verifizierungsprozesse für Bildungs- und Forschungskonten sowie eine verbesserte Erkennung für koordinierte Netzwerke mit mehreren Konten.
Größerer Druck auf Anthropic
Die Behauptungen tauchten auf, kurz nachdem berichtet wurde, dass Anthropic in US-Verteidigungskreisen einer genauen Prüfung im Zusammenhang mit Bedenken hinsichtlich der Lieferkette ausgesetzt war.
Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Produktaktualisierungen weiter voran und veröffentlichte kürzlich Claude Sonnet 4.6 und Claude Opus 4.6 mit Leistungsverbesserungen bei Argumentations- und Codierungsaufgaben.
Die Situation verdeutlicht die wachsenden Spannungen im globalen KI-Wettlauf, wo Modellfähigkeit, Infrastrukturzugang und Schutz des geistigen Eigentums immer sensiblere Themen werden.
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