
Microsoft Edge Secure Network VPN steht vor einer neuen Prüfung, nachdem ein Datenschutzforscher in Frage gestellt hat, ob die integrierte Funktion wie ein echtes VPN oder eher wie ein Proxy-Dienst funktioniert.
Die Kritik kommt kurz nachdem Microsoft in Brasilien unter Druck geraten ist, weil behauptet wird, dass es OEMs dazu zwingt, Edge vorzuinstallieren. Jetzt hat sich die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise verlagert, wie Edge seine Datenschutz-Tools bewirbt.
Edge Secure Network im Datenschutz-Spotlight
Laut Windows Insight vermarktet Microsoft Edge Secure Network als kostenlose, integrierte Datenschutzschicht in Microsoft Edge. Die Funktion erfordert keine zusätzlichen Apps oder Abonnements und zielt darauf ab, Benutzer zu schützen, insbesondere in öffentlichen WLAN-Netzwerken.
Benutzer können es direkt im Abschnitt „Sicheres Netzwerk“ in den Browsereinstellungen aktivieren. Microsoft beschreibt das Tool als Verwendung der „VPN-Technologie“, um den in Edge generierten Datenverkehr zu verschlüsseln und die IP-Adresse des Benutzers zu verschleiern.
Der Service beinhaltet ein kostenloses monatliches Datenvolumen von 5 GB. Benutzer müssen sich mit einem persönlichen Microsoft-Konto anmelden, um es zu aktivieren, vor allem um diese Obergrenze durchzusetzen.
VPN oder nur ein Proxy?
Laut einem Datenschutzforscher verhält sich Edge Secure Network eher wie ein HTTP CONNECT-Proxy, der auf der Privacy Proxy-Plattform von Cloudflare basiert, als wie ein herkömmliches VPN.
Ich habe eine umfassende Sicherheitsanalyse des „Secure Network VPN“ von Microsoft Edge durchgeführt. Hier erfahren Sie, was tatsächlich unter der Haube vor sich geht.
Edge Secure Network ist KEIN VPN. Es handelt sich um einen HTTP CONNECT-Proxy, der auf der Privacy Proxy-Plattform von Cloudflare basiert. Es tunnelt nur den Datenverkehr innerhalb des Edge… https://t.co/YkW0YE22bc
– Sooraj (@iAnonymous3000) 18. Februar 2026
Im Gegensatz zu vollständigen VPN-Diensten erstellt die Funktion keinen systemweiten verschlüsselten Tunnel. Es schützt nur den im Edge-Browser generierten Datenverkehr. Andere Apps, Hintergrunddienste und geräteweite Verbindungen bleiben davon unberührt.
Abhängig vom optimierten Modus kann das Tool in Szenarien mit höherem Risiko, wie z. B. in ungesicherten Netzwerken, automatisch aktiviert werden. Bestimmte Dienste mit hoher Bandbreite wie Streaming-Plattformen sind jedoch ausgeschlossen, um das monatliche Kontingent von 5 GB zu sparen.
Benutzer können Serverstandorte nicht manuell auswählen. Das System verbindet sich automatisch mit einem nahegelegenen Server. Die Funktion bleibt außerdem auf verwalteten Geräten oder Unternehmensgeräten nicht verfügbar und funktioniert in einigen Regionen nicht.
Vertrauensmodell und Anonymitätsbedenken
Die Architektur basiert auf einem Zwei-Parteien-Vertrauensmodell. Microsoft verwaltet die Identitätsüberprüfung, während Cloudflare die Weiterleitung des Datenverkehrs übernimmt.
Kritiker argumentieren, dass die Anforderung eines Microsoft-Kontos eine Ebene der Anonymität aufhebt. Sie warnen davor, dass Benutzer den Zusicherungen beider Unternehmen vertrauen müssen, auch wenn Identitäten von Browserdaten getrennt bleiben.
Microsoft gibt an, dass Cloudflare keine Kontoidentitäten sieht. Cloudflare gibt an, den Benutzerverkehr nicht zu überprüfen. Allerdings stellt der Forscher fest, dass das System eher auf Unternehmensansprüchen als auf einer unabhängigen öffentlichen Prüfung beruht.
Kein Ersatz für vollständige VPN-Software
Microsoft positioniert Edge Secure Network als Basisschutz und nicht als vollständigen VPN-Ersatz.
Bei browserbasierten Schutzmaßnahmen stehen Komfort und einfache Verschlüsselung im Vordergrund. Sie bieten keine erweiterten Funktionen wie systemweites Routing, Kill-Switches oder konfigurierbare Serverstandorte.
Das umfassendere Problem betrifft nicht nur Microsoft. Jede browserintegrierte VPN- oder Proxy-Lösung weist ähnliche Einschränkungen auf. Es verschlüsselt nur den Browserverkehr und kann ein dediziertes, systemweites VPN nicht ersetzen.
Die Kontroverse entsteht, während Microsoft Edge weiter umgestaltet. Das Unternehmen entfernt die Sammlungsfunktion und erweitert die Edge for Business-Funktionen.
Edge for Business wird bald die Möglichkeit erhalten, Office-Dateien zu analysieren und sogar geöffnete Tabs zu überprüfen, wodurch die Produktivitäts- und KI-Tools von Microsoft direkt in das Browser-Erlebnis eingebettet werden.
*️⃣ Quelllink:
behauptet, dass es OEMs zwingt, Edge, Windows Insight, https://t.co/YkW0YE22bc, 18. Februar 2026, vorzuinstallieren, Entfernen der Sammlungsfunktion, Analysieren von Office-Dateien und Überprüfen sogar geöffneter Tabs,